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Rehabilitation ist keine Light-Pflege und auch kein Hotel-Angebot

Willy Oggier, Dr. oec. HSG, Gesundheitsökonomische Beratungen AG und Präsident SW!SS REHA*, Küsnacht

(Quelle: SCHWEIZERISCHE ÄRZTEZEITUNG – BULLETIN DES MÉDECINS SUISSES – BOLLETTINO DEI MEDICI SVIZZERI 2016;97(9):318–320)

In jüngerer Zeit mehren sich Rundumschläge zur Rehabilitation. So bezeichnete etwa die Direktorin der Zürcher Pflegezentren diese als «teure» Übergangslösung für Hochbetagte (hotel revue, 18. Dezember 2015). Eine solche Sichtweise darf nicht unwidersprochen bleiben. Denn sie verkennt, dass die heutige Situation der Trennung von Rehabilitationsleistungen von Kur- und/oder liche Berechtigung und daher ist es auch folgerichtig, regeln und insbesondere Kostenübernahmen durch die soziale Krankenversicherung erfolgen. Akut- und Übergangspflege-Leistungen vom Gesetzgeber gewollt war. Jede Leistung hat ihre unterschieddass entsprechend unterschiedliche Finanzierungsregeln und insbesondere Kostenübernahmen durch die soziale Krankenversicherung erfolgen.

Seit Jahren existierten von SW!SS REHA Kriterien für die stationäre Rehabilitation, welche laufend ergänzt und weiterentwickelt wurden. Neben allgemeinen Rehabilitationskriterien, die alle Kliniken erfüllen müssen, wurden detailliertere Anforderungen für die geriatrische, die internistische und onkologische, die kardiologische, die pädiatrische kardiovaskuläre, die muskuloskelettale, die neurologische, die pädiatrische, die paraplegiologische, die psychosomatische und die pulmonale Rehabilitation entwickelt. Rund 50 Prozent der Rehabilitationskliniken der Schweiz erfüllen die
SW!SS REHA-Kriterien und werden durch die entsprechenden Assessoren auch periodisch reevaluiert.

Nachdem die Bedeutung der ambulanten und teilstationären Rehabilitation in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat, wurden entsprechende Kriterien auch für diese Rehabilitationsbereiche definiert. Sie sollen die Basis dafür bilden, die Spreu vom Weizen zu trennen und damit Pseudo-Anbieter transparent offenzulegen.

Die entwickelten SW!SS REHA-Kriterien sind auf der Website www.swissreha.com einsehbar. Erste Erfolge der langjährigen Qualitäts-Arbeiten von SW!SS REHA werden insbesondere in der Deutsch- und Südschweiz sichtbar. So hat etwa der Kanton Tessin für die Vergabe von Rehabilitations-Leistungsaufträgen die Auflage gemacht, dass die entsprechenden Kliniken die SW!SS REHA-Kriterien erfüllen müssen. Diese Kriterien können nur erfüllt werden, wenn auch das Assessment durch die SW!SS REHA erfolgreich durchgeführt worden ist. Daher erfolgte beispielsweise die Gewährung des Leistungsauftrags für psychosomatische Rehabilitation nicht an eine psychiatrische, sondern an eine entsprechende Rehabilitationsklinik.

Auch weitere Gemeinwesen beginnen, die Qualitätskriterien für ihre Arbeit zu nutzen. So hat etwa die grösste Schweizer Stadt, Zürich, im Rahmen ihrer Ausschreibung von Rehabilitationsleistungen für ihr eigenes Gesundheits-Netzwerk ausschliesslich SW!SS REHA-Mitglieder zur Bewerbung zugelassen. Pflege-oder Physiozentren werden diesem Anspruch nicht gerecht, auch wenn sie vermeintlich billigere Tarife anbieten. Denn wie formulierte die Initiative der Baden- Württembergischen Krankenhausgesellschaft doch unlängst so schön: «Umsonst ist keine Reha!»

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Fazit

Es ist offensichtlich, dass Pflegezentren oder ähnliche Anbieter wie beispielsweise die stark verbreiteten Centres de thérapie et de réadap in der Westschweiz tation (CTR) die Anforderungen an eine wirksame, zweckmässige und wirtschaftliche Rehabilitation, wie sie das KVG fordert, weitgehend nicht erfüllen können. Dies gilt gerade auch für ältere, an Mehrfacherkrankungen leidenden Menschen. In verschiedenen Rehabilitations-Disziplinen ist das Durchschnittsalter der Patienten in vielen Kliniken über 70 Jahre. Verschiedene unter ihnen verfügen über Beatmungsplätze. Dies macht deutlich, dass die Rehabilitationskliniken sehr wohl auf komplexe Situationen vorbereitet sind.

Dass Pflegezentren und die Hotellerie-Branche vermehrt in die Rehabilitation vordringen wollen, dürfte eher andere Gründe haben. Mit der vorgesehenen neuen leistungsorientierten Tarifstruktur nach KVG dürften Rehabilitationskliniken bei Patienten mit höherem Schweregrad künftig Aussicht auf eine höhere Abgeltung haben. Durch eine Um-Definition der Leistungsaufträge über Begriffs-Verwirrungen scheint man sich bei den Pflegezentren einen erweiterten Zugang zu den Finanzierungsquellen der sozialen Krankenversicherung verschaffen zu wollen. Dies ist aber nicht im Sinn des Gesetzgebers. Denn die Mengenausweitung durch Pseudo-Anbieter wäre damit vorprogrammiert.

(SÄZ - Schweizerische Ärztezeitung © 2016)