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Santésuisse-Umfrage: Irreführend und unverantwortlich

Mit ihrer gestern der Öffentlichkeit vorgestellten Umfrage «sondage santé» suggeriert der Krankenkassenverband Santésuisse, dass ein Grossteil der Krankenversicherten eine Rehabilitationstherapie im Ausland begrüssen würde. Die Antworten der gesunden Befragten auf die hypothetische Rehabilitation im Ausland würden ganz anders ausfallen, wenn diese von schwereren Unfallfolgen betroffen wären. Betroffene – dies zeigt die Erfahrung – wollen im Ernstfall bestmögliche Behandlung und Rehabilitation. Dies ist nur in den Schweizer Rehabilitationskliniken mit genügend Ärzten, Therapeuten und Pflegekräften gewährleistet. Die Umfrage dient daher der plumpen Stimmungsmache und führt letztendlich zur Zerstörung des hochqualitativen Schweizer Gesundheitswesens.

Gemäss Umfrage von Santésuisse würden 74 % der Befragten Ja zur Rehabilitation im Ausland nach einem Unfall sagen. Die Erfahrungen nach Unfällen zeigt jedoch, dass diese Antworten nur so lange gegeben werden, solange die Befragten gesund sind und nicht von einem akuten Rehabilitationsbedarf betroffen sind. Sobald Menschen von einem Unfall mit anschliessender Rehabilitation betroffen sind, erwarten sie die bestmögliche Behandlung und Rehabilitation. Die Schweizer Rehakliniken sind aufgrund ihrer weit besseren Betreuungsverhältnisse (mehr Ärzte, Therapeuten, Pfleger pro Patient) ausländischen Kliniken weit überlegen und bieten daher eine höhere und nachhaltigere Behandlungsqualität. So verfügen die meisten süddeutschen Kliniken im Vergleich zu Schweizer Rehabilitationskliniken deutlich unter der Hälfte an Therapiepersonal, einem Bruchteil an Ärzten und Pflegepersonal. Es liegt auf der Hand, dass in derart ausgestatteten ausländischen Kliniken keine gleichwertige Leistung wie in Schweizer Kliniken möglich ist, sondern nur die leichten Fälle behandelt werden können.

Die Umfrage zeigt, dass in Grossteilen der Bevölkerung eine Informationslücke über das Wesen und die Aufgaben von Rehabilitation besteht: Billigrehabilitation im Ausland ist nicht dasselbe wie eine Rehabilitation in der Schweiz! So handelt es sich bei den Vorzeigebeispielen von Schweizer Patienten, die von Schweizer Krankenkassen in süddeutsche Kliniken geschickt werden, zumeist um «leichte» Fälle, um Behandlungen, die mehr in den Bereich der Kur als der Rehabilitation fallen. Diese leichten Fälle wären aber in Schweizer Klinken nur unwesentlich teurer, wenn die Krankenkassen endlich abgestufte Taxen nach Schweregrad akzeptieren würden. Damit ginge den Kassen aber wohl eines ihrer Hauptargumente, nämlich der nicht zutreffende Preisvergleich, verloren.

Rehabilitation ist etwas anderes als Massagen und Gruppenturnen. Rehabilitation trifft schwer betroffene Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma, Hirnblutungen, chronischen Rückenschmerzen mit psychischen Leiden. Rehabilitation muss Invalidität vermeiden, Pflegeheim vermeiden und Menschen zurück in den Beruf und die Familie bringen. Gemäss internationalen Studien – wie der Interregio-Studie – erbringen Schweizer Rehabilitationskliniken hier erwiesenermassen die besten Ergebnisse zum Wohle der Patienten. Damit hat Rehabilitation nichts mit Kur, Familienferien und Kuchen zu tun, sondern ist eine spitzenmedizinische Leistung und benötigt grossen Personalaufwand.

Die Politik der Krankenkassen ist jedoch nicht nur irreführend, sondern auch unverantwortlich: Werden immer mehr leichte Fälle ins Ausland geschickt, bleiben die schweren, kostenintensiven Fälle in der Schweiz, womit sich das Gesundheitswesen zu Lasten der Prämienzahler massiv verteuern wird. Die Kosten für Rehabilitation machen in der Schweiz 1.7%der gesamten Gesundheitskosten aus. Der Werbeaufwand der Krankenkassen für Spitalaufenthalte in Deutschland ist zum Schluss teurer als die vermeintliche Einsparung.

Kontakt

Für Fragen und Interviewwünsche steht Ihnen Dr. Fabio Mario Conti zur Verfügung: Telefon 079 500 75 65